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Wirtschaften für das Gemeinwohl

Der Turbokapitalismus mit seinem Wachstumsverständnis ist längst an seine Grenzen gestoßen. Was es stattdessen braucht, ist ein alternatives und gerechteres Wirtschaften im Einklang mit den Bedürfnissen der Menschen und den natürlichen Ressourcen. Dieser Ansicht ist die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung, die seit vier Jahren auch in Bayern aktiv ist. Am 10. November wurde die Gründung der Gemeinwohl Ökonomie Bayern e.V. gefeiert. Alle Aktiven und Interessierten waren eingeladen, die Gemeinwohl-Ökonomie in Bayern kennenzulernen. Dabei haben auch neue Gesichter, die das Konzept noch nicht genauer kannten, am Dienstag Abend den Weg in den Impact Hub München gefunden. Unter der Anleitung von Moderatoren wurde sich in Fokusgruppen zu den Themen Gemeinwohl orientiertes Leben, Unternehmen, Politik, Gemeinwohl-Gemeinden sowie Wissen und Bildung ausgetauscht.

matrix41 via ecogood.org

Matrix zur Bilanzierung des Gemeinwohlbeitrags eines Unternehmens – zum Vergrößern anklicken

Gutes sichtbar machen
Das Ziel einer Gemeinwohlbilanz ist es, Unternehmen, die sich ihrer ökologischen und sozialen Verantwortung stellen, sichtbarer zu machen. So soll der Erfolg eines Unternehmens oder einer Organisation nicht rein ökonomisch bewertet werden, sondern auch andere Werte berücksichtigt werden, die dem Gemeinwohl dienen. Zur Erstellung der Gemeinwohlbilanz wurde eine Matrix mit verschiedenen Indikatoren entwickelt. Der komplexe Prozess wird auf der Homepage der Gemeinwohl-Ökonomie anschaulich erläutert. Über den Verein sollen diese Akteure nun besser vernetzt werden. Dafür sind alle bilanzierten Mitmacher in einer interaktiven Karte, der ecogoodmap, verzeichnet.


Viele Wege führen zu mehr Nachhaltigkeit

Langfristiges möchte die Bewegung auch den Rechtsrahmen des Wirtschaftens verändern; so sollen etwa soziale und ökologische Akteure besser gestellt werden. Die Gemeinwohlbilanz ist dabei ein Angebot von vielen, erläutert Jörn Wiedemann, Vorstandsmitglied von Gemeinwohl-Ökonomie Bayern e.V. Ein Nachhaltigkeitsbericht kann ein anderes Instrument dafür sein.
Ein anderer Weg könnte ein Gemeinwohl-Ökonomie-Label für Produkte sein, die durch bilanzierte Unternehmen angeboten werden, so Wiedemann. Die Gemeinwohl-Unternehmen sind aktuell das, was die Bio-Pioniere in den 80er Jahren waren. Seiner Meinung nach sei ein Wandel langfristig möglich.
Die Schweisfurth Stiftung war 2014 die erste Stiftung, die eine Gemeinwohlbilanz erstellt hat. Jörn Wiedemann hat damals den Prozess der Bilanzierung begleitet.

Mehr zum Verein erfahren Sie im grün & gloria- Interview mit Jörn Wiedemann, Vorstandsmitglied von Gemeinwohl-Ökonomie Bayern.

 

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