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Veranstaltungstipp: Von der Ankunfts- zur Willkommensstadt

Deutschland entwickelt sich zum Einwanderungsland. Geflüchtete brauchen menschenwürdige Unterkünfte. Unter dem Motto „Wohnraum für alle“ rufen Bauträger und Architekten deshalb immer neue Bauinitiativen ins Leben. Neubauten scheinen unvermeidbar, auch wenn sie Millionen kosten und immer mehr Freiflächen verschlingen.
Architektur-Verleger und Buchautor Daniel Fuhrhop dagegen sagt: Neu bauen ist der falsche Ansatz. In seinem Buch „Die Willkommensstadt“ macht er deutlich, dass es in Deutschland genügend Wohnraum gibt – er müsste nur richtig genutzt werden. Anregungen und Impulse sowie beeindruckende Erfolgsbeispiele zu diesem Thema präsentiert Fuhrhop in seinem Vortrag am 26. September im Rahmen des Münchner Forums Nachhaltigkeit.

 
„Neubauten erschweren die Integration“
„Neubau für Neubürger ist angesichts bundesweiter Leerstände nicht nötig. Er behindert sogar das Ziel, eine neue Gemeinschaft zu gründen.“, argumentiert Fuhrhop. Für ihn ist die gute Unterbringung von Flüchtlingen der erste Schritt in Richtung Integration. Anstatt ganze Neubaublöcke zu schaffen, die nur von Zuwanderern bewohnt werden, sollten die Neubürger  jeweils über das Stadtgebiet verteilt werden. So hätten sie die Chance, schneller in der Gesellschaft anzukommen. Genauso wichtig sei es, Geflüchtete nicht nur in Ballungsräumen unterzubringen, sondern auch auf dem Land.

 
Leere Räume kreativ nutzen
Ungenutzte Wohnungen in ländlichen Gebieten geben Flüchtlingen eine neue Heimat. Alleinstehende Menschen, die große Häuser bewohnen, schaffen Einliegerwohnungen. Neue Formen von Wohngemeinschaften und Untervermietung sorgen für Gemeinschaft und Integration: Die Ideen von Daniel Fuhrhop sind vielfältig. Er ist überzeugt, dass sich mit diesen Modellen ein besseres Zusammen-Leben in Deutschland ermöglichen lässt.
In „Die Willkommensstadt“ schildert er zahlreiche Fälle, in denen diese Vision bereits umgesetzt wird. Zugleich spricht er Hindernisse und politischen Handlungsbedarf an. Und er zeigt auf, was jeder Einzelne tun kann, damit eine Ankunfts- zur Willkommensstadt wird.

 
Auf seinen Vortrag wird – als Einstieg in die Diskussion – Hinrich Böttcher mit einem Impulsreferat reagieren. Hinrich Böttcher ist Diplom-Ingenieur und Architekt, freier Kurator und einer der Initiatoren von „Wohnraum für alle“. Moderation: Dr. Manuel Schneider, Münchner Forum Nachhaltigkeit.

 
Die Kooperationsveranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit mit der Evangelischen Stadtakademie München und der Petra-Kelly-Stiftung findet am 26. September 2016 um 19 Uhr in der Evangelischen Stadtakademie München, Herzog-Wilhelm-Str. 24, statt. Eintritt:5 Euro. Eine Anmeldung unter info@evstadtakademie.de oder 089 5490270 ist erforderlich.

 
Das Buch von Daniel Fuhrhop „Willkommensstadt. Wo Flüchtlinge wohnen und Städte lebendig werden.“ ist im August 2016 im oekom verlag erschienen.

 

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