Veranstaltungshinweis: 10. Münchner Klimaherbst – Gemeinsam handeln für Klimaschutz

Der Münchner Klimaherbst feiert sein zehnjähriges Jubiläum. Unter dem Motto „Gemeinsam handeln für Klimaschutz“ steht in diesem Jahr bürgerschaftliches Engagement für mehr Klimaschutz im Zentrum des Programms. Zwischen dem 4. und 28. Oktober 2016 können Sie an über 100 Veranstaltungen teilnehmen.

„Kooperation ist die einzig konstruktive Antwort auf den Klimawandel.“ (Christoph Bals, Germanwatch)

Bereits seit 2007 findet die Veranstaltungsreihe statt, die von einem breiten Netzwerk aus Initiativen, Vereinen, Bildungseinrichtungen, Stiftungen und auch einigen Unternehmen getragen wird. In dem Zeitraum von knapp einem Monat sollen möglichst viele Bürgerinnen und Bürger Münchens, Jung wie Alt, für das Thema „Klimawandel und Klimaschutz“ sensibilisiert werden.

Neben Carola von Peinen (Talents4Good), Franziska Buch (Umweltinstitut München), Martin Glöckner (Green City) und Alexander Rossner (zukunftswerk), wird unser Vorstand Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald die Veranstaltung „Grün. Macht. Sinn. Der nachhaltige Sektor als Berufsfeld“ am 13. Oktober 2016 von 19:00 bis 20:00 Uhr mitbegleiten.

Angeboten werden viele weitere Veranstaltungen rund um die Themen Boden, Landwirtschaft und Gemeinwohl-Ökonomie. Das gesamte Veranstaltungsprogramm finden Sie hier als Download.

Veranstaltungstipp: Von der Ankunfts- zur Willkommensstadt

Deutschland entwickelt sich zum Einwanderungsland. Geflüchtete brauchen menschenwürdige Unterkünfte. Unter dem Motto „Wohnraum für alle“ rufen Bauträger und Architekten deshalb immer neue Bauinitiativen ins Leben. Neubauten scheinen unvermeidbar, auch wenn sie Millionen kosten und immer mehr Freiflächen verschlingen.
Architektur-Verleger und Buchautor Daniel Fuhrhop dagegen sagt: Neu bauen ist der falsche Ansatz. In seinem Buch „Die Willkommensstadt“ macht er deutlich, dass es in Deutschland genügend Wohnraum gibt – er müsste nur richtig genutzt werden. Anregungen und Impulse sowie beeindruckende Erfolgsbeispiele zu diesem Thema präsentiert Fuhrhop in seinem Vortrag am 26. September 2016 im Rahmen des Münchner Forums Nachhaltigkeit.
„Neubauten erschweren die Integration“
„Neubau für Neubürger ist angesichts bundesweiter Leerstände nicht nötig. Er behindert sogar das Ziel, eine neue Gemeinschaft zu gründen.“, argumentiert Fuhrhop. Für ihn ist die gute Unterbringung von Flüchtlingen der erste Schritt in Richtung Integration. Anstatt ganze Neubaublöcke zu schaffen, die nur von Zuwanderern bewohnt werden, sollten die Neubürger  jeweils über das Stadtgebiet verteilt werden. So hätten sie die Chance, schneller in der Gesellschaft anzukommen. Genauso wichtig sei es, Geflüchtete nicht nur in Ballungsräumen unterzubringen, sondern auch auf dem Land.
Leere Räume kreativ nutzen
Ungenutzte Wohnungen in ländlichen Gebieten geben Flüchtlingen eine neue Heimat. Alleinstehende Menschen, die große Häuser bewohnen, schaffen Einliegerwohnungen. Neue Formen von Wohngemeinschaften und Untervermietung sorgen für Gemeinschaft und Integration: Die Ideen von Daniel Fuhrhop sind vielfältig. Er ist überzeugt, dass sich mit diesen Modellen ein besseres Zusammen-Leben in Deutschland ermöglichen lässt.
In „Die Willkommensstadt“ schildert er zahlreiche Fälle, in denen diese Vision bereits umgesetzt wird. Zugleich spricht er Hindernisse und politischen Handlungsbedarf an. Und er zeigt auf, was jeder Einzelne tun kann, damit eine Ankunfts- zur Willkommensstadt wird.
Auf seinen Vortrag wird – als Einstieg in die Diskussion – Hinrich Böttcher mit einem Impulsreferat reagieren. Hinrich Böttcher ist Diplom-Ingenieur und Architekt, freier Kurator und einer der Initiatoren von „Wohnraum für alle“. Moderation: Dr. Manuel Schneider, Münchner Forum Nachhaltigkeit.
Die Kooperationsveranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit mit der Evangelischen Stadtakademie München und der Petra-Kelly-Stiftung findet am 26. September 2016 um 19 Uhr in der Evangelischen Stadtakademie München, Herzog-Wilhelm-Str. 24, statt. Eintritt:5 Euro. Eine Anmeldung unter info@evstadtakademie.de oder 089 5490270 ist erforderlich.
Das Buch von Daniel Fuhrhop „Willkommensstadt. Wo Flüchtlinge wohnen und Städte lebendig werden.“ ist im August 2016 im oekom verlag erschienen.

 

Globalisierung & Gerechtigkeit: Vortrag von Prof. Dr. Franz Josef Radermacher

„Die Welt befindet sich heute in einem Zustand globaler Apartheid“, diagnostizierte Professor Franz Josef Radermacher mit Blick auf die ungleiche globale Einkommens- und Vermögensverteilung bereits vor zehn Jahren im Manifest der Global Marshall Plan Initiative.

Die Kluft wächst
Seitdem geht die Schere zwischen arm und reich weltweit immer weiter auseinander: Heute besitzen gerade einmal zehn Prozent der Weltbevölkerung über 80 Prozent des weltweiten Wohlstands. Ausgerechnet diese zehn Prozent sind zugleich für den Großteil der globalen Umweltzerstörungen verantwortlich. Die Wahrscheinlichkeit einer zunehmenden „Brasilianisierung“ der Erde, dem Verschwinden der Mittelschicht und der Aufteilung der Bevölkerung in wenig Reiche und viele Arme, steigt – und mit ihr die Gefahr sozialer und politischer Konflikte.
Wie kann es gelingen, die aktuellen politischen und sozialen Spannungen zu entschärfen und den Weg zu einer gerechteren Zukunft zu ebnen? Welche Rolle kommt hierbei einer öko-sozialen Marktwirtschaft zu und wie lässt sich ein solches Wirtschaftsmodell globalisieren? Was ist zu tun, damit das Wünschenswerte auch wahrscheinlich wird?

Expertenvortrag
Auf diese drängenden Fragen wird Professor Dr. Dr. Dr. h.c. Franz Josef Radermacher in seinem Vortrag „Globalisierung und Gerechtigkeit – Zur Rolle einer weltweiten öko-sozialen Marktwirtschaft“ eingehen. Professor Radermacher leitet das Institut für „Datenbanken und Künstliche Intelligenz“ an der Universität Ulm, und als Vorstand des dortigen Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung tätig. Er ist Präsident des Senats der Wirtschaft e.V. (Bonn), Vizepräsident des Ökosozialen Forum Europa (Wien) sowie Mitglied im Club of Rome. Im Rahmen des Münchner Forums Nachhaltigkeit beleuchtet er am Abend des 6. Juni 2016 die internationale Entwicklung vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise sowie der rasch wachsenden Weltbevölkerung und den daraus resultierenden Ressourcenkonflikten.

Die Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit findet am 6. Juni im HVB-Tower, Arabellastr. 12, 81925 München statt. Beginn ist 18.30 Uhr, Einlass ab 18.00 Uhr.
Eine Anmeldung ist ausschließlich über Fax (089 / 7675 8956) oder über diese Mail-Adresse möglich: anmeldung@oekom-verein.de.
Weitere Details können Sie der Einladung (PDF) entnehmen.

ACHTUNG! Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht!

Auf der Flucht: Die globalen Folgen des Klimawandels

Mehr als 20 Millionen Menschen sind bereits heute aufgrund von Klima- und Umweltbedingungen auf der Flucht. Diese Zahl wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Denn mit der Klimaerwärmung werden viele Teile der Erde durch Dürren, Unwetter und Überschwemmungen unbewohnbar werden. Fruchtbares Land verwandelt sich in Wüste, steigende Meeresspiegel lassen Inseln und Küsten versinken. Armut, Hunger und Gewalt werden durch den Klimawandel noch verschärft − eine immer drängendere Herausforderung für die globale Gemeinschaft.

Reicht das Klimaabkommen von Paris?
Nach dem Ende der 21. UN-Klimakonferenz COP21 in Paris waren viele optimistisch. Angesichts des Ernstes der Lage hatten sich selbst die Großmächte USA und China zum Klimaschutz verpflichtet. Doch die Unsicherheit bleibt: Reicht das Klimaschutz-Abkommen von Paris aus, um die Entwicklungen zu stoppen? Welche Konsequenzen hat die Klimaerwärmung mittel- und langfristig? Was braucht es für einen effektiven Klimaschutz?

Diesen Fragen geht Dr. Hermann E. Ott, Senior Advisor Globale Nachhaltigkeits- und Wohlfahrtsstrategien beim Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie in seinem Vortrag Klimaflucht am 28. April nach. Die Veranstaltung findet um 20 Uhr in der orange bar der Green City Energy AG statt. Der Vortragsabend ist eine Kooperationsveranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit mit der Evangelischen Stadtakademie, der Petra-Kelly-Stiftung und der Umwelt-Akademie e.V.

Der Eintritt ist frei, bitte melden Sie sich vorab an unter info@evstadtakademie.de.
Hier gehts zur Einladung (PDF).